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Die Kirnitzschtalbahn 

 

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 Die Kirnitzschtalbahn transportiert, auf 1000mm Spurweite, seit 1898 ihre Fahrgäste auf  acht Kilometer Länge durch das wildromantische Kirnitzschtal. Die Kirnitzschtalbahn war von Beginn an eine reine Ausflugsbahn; sie verkehrte damals nur von Mai bis Oktober. Im Eröffnungsjahr konnten bereits 80.000 Fahrgäste gezählt werden. Die Route der Kirnitzschtalbahn führt von Bad Schandau entlang der "Kirnitzsch" durch ein felsiges Tal bis zur Endstation Lichtenhainer Wasserfall. 

Die Nacht vom 26. auf den 27. Juli 1927 war sicherlich eines der schwerwiegendsten Ereignisse der Kirnitzschtalbahn, damals vernichtete ein Brand im Depot selbiges und den ganzen Fahrzeugpark. 

Am 23. Juni 1969 wurde die Kirnitzschtalbahn um circa 350 Meter Strecke auf ihre heutige Streckenlänge verkürzt. Damals wurde die Innenstadtstrecke in Bad Schandau wegen des zunehmenden Verkehrsaufkommens stillgelegt. Neben der früheren Endhaltestelle Hotel Lindenhof wurde damals auch die Zwischenstation Forellenbrücke aufgelassen. Gleichzeitig wurde die neue Umsetzendstelle Stadtmühlenplatz – heute Stadtpark genannt – in Betrieb genommen.

1973 ereignete sich ein Frontalzusammenprall zweier Triebwagen. In Folge dessen wurde noch im gleichen Jahr das bis heute angewandte Zugstabsystem eingeführt. Bei diesem Verfahren darf immer nur diejenige Bahn einen bestimmten Streckenabschnitt befahren, deren Fahrer den entsprechenden Stab für den betreffenden Teilabschnitt hat. Die Strecke ist dabei in die drei Teilabschnitte Stadtpark–Depotweiche, Depotweiche–Schneiderweiche und Schneiderweiche–Lichtenhainer Wasserfall unterteilt.

In den Jahren 1986 bis 1990 wurden die Betriebsanlagen der Kirnitzschtalbahn dann endlich umfassend erneuert. Am 16.August 1986 konnte der Betrieb teilweise wieder aufgenommen werden. Die komplette Strecke wurde 1990 wiedereröffnet. 1993 wurde die Photovoltaikanlage in Betrieb genommen, mit der circa 30 Prozent des Fahrstromes gewonnen werden. Eine weitere Rekonstruktion der Strecke fand 2003/2004 statt.

Die Kirnitzschtalbahn ist heute mit knapp acht Kilometern Länge der kleinste Straßenbahnbetrieb in Sachsen. Sie fährt das ganze Jahr hindurch: im Winter ein Kurs alle 70 Minuten und im Sommer drei Kurse im Halbstundentakt. Parallel zur Bahn verkehrt außerdem eine häufig bediente Buslinie durch das Kirnitzschtal.

Am 7. August 2010 war das Kirnitzschtal von einem schweren Hochwasser betroffen. Die Strecke wurde teilweise unterspült, Stützmauern wurden beschädigt. Der komplette historische Wagenpark erlitt Motorschäden, so dass der Betrieb der Bahn vorläufig eingestellt wurde. Seit dem 28. August 2010 wurde der Linienbetrieb mit Einschränkungen zwischen Stadtpark und Beuthenfall nach einem Sonderfahrplan wieder aufgenommen.

 

Quellen:

Copyright © 2002-2013 Mario Dittrich Alle Rechte vorbehalten. Stand: 23. Dezember 2013